Rückblick Jahreskonzert 2025

Konzert Frühlingszauber

«Eine schlechte Generalprobe führt zu einer guten Premiere», so lautet ein geflügeltes Wort in der Theater- und Musikwelt.
Ende März führten wir zweimal «Frühlingszauber» auf, ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtmusik Winterthur und dem Tanztheater Heidi J.M. Roth. Musikalisch war es eine bunte Mischung: Von Funk über Filmmusik bis hin zu Klassik war für alle etwas dabei. Die verschiedenen Tanzgruppen vom Tanztheater zeigten dabei auf der Bühne unter schiedliche Aspekte des Frühlings: Die ersten Blumen im Frühjahr, erste Sonnenstrahlen, ein fröhliches Fest und so weiter. Das Projekt «Frühlingszauber» war ein Aufeinandertreffen verschiedener Generationen und unterschiedlicher Probekulturen. Von den Proben mit Ruth sind wir klare Probestrukturen gewohnt; es steht immer bereits von Anfang an fest, was und wie lange geprobt wird. Die Probearbeit mit Kindern ist um einiges weniger planbar, daher waren die gemeinsamen Proben anfangs recht herausfordernd. Ebenso unterscheidet sich das Proben an sich zwischen einem Orchester und einer Tanzgruppe stark, wodurch wir etwas Zeit brauchten fürs Zusammenfinden. Es war jedoch beeindruckend zu sehen, wie anpassungsfähig die Kinder sich zeigten, zumal es bestimmt anspruchsvoll ist, von Musik vom Band auf Livemusik zu wechseln. Die Kinder machten von Probe zu Probe riesige Fortschritte.
Nach einer eher hektischen Generalprobe, bei der alle etwas improvisieren mussten, startete am Samstag der erste Konzert durchlauf. Ganz zu Beginn des Konzerts sagte Heidi, dass wir versuchen wollen, «perfekte Momente» zu schaffen. Einige dieser Momente waren für mich die folgenden:

«Lux Aurumque» war der perfekte Auftakt für ein Konzert mit dem Titel «Frühlingszauber», ruhig, melodisch und wunderschön.

Beim Vibraphon- und Flötensolo «Eisblumen» konnte ich von der Bühne aus beobachten, wie die jungen Tänzer:innen auf der Tanzfläche in ihren Kostümen zu Blumen wurden, die sich in der Sonne bewegen. 

«Troll Dance» wurde zu meinem Lieblingsstück des Konzerts – es ist schwungvoll und witzig. Die Kinder nannten es den Hexentanz; mit viel Elan wischten sie kurzzeitig sogar unsere Dirigentin von der Bühne. Zudem hat es im Troll Dance drei Soli, die in beiden Konzertdurchläufen sehr cool gelangen. 

«Porto de Saudades» hatte zwei tolle, virtuose Soli von Englischhorn und Klarinette, bei denen ich jedes Mal andächtig zuhörte. Bei 

«Frozen» aus dem gleichnamigen Film konnte ich spüren, dass es den Kindern extrem Spass machte. Das Stück kam auch beim Publikum besonders gut an. 

«Windsprints» mit seinem hohen Tempo und seiner Energie war der perfekte Abschluss. 

Unsere Zugabe «Today is the gift» haben wir bereits letzten Sommer beim Kantonalmusikfest aufgeführt. Dieses Stück ist etwas ganz Besonderes. 

Ich wäre gerne selbst im Publikum gesessen bei diesem Konzert, bei dem es neben der Musik auch so viel zu sehen gab. Einmal konnte ich aus dem Augenwinkel sehen, wie die Kinder auf der Bühne eine Hebefigur machten, und hätte deshalb bei nahe meinen Einsatz verpasst. 

«Frühlingszauber» war ein spannendes Projekt, an das ich noch lange denken werde. Und es hat sich bewahrheitet: «Ist die Generalprobe schlecht, so ist die Premiere umso besser».